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Pestalozzi-Mittelschule Regensburg

ECDL Testzentrum

Pestalozzischule und 750 Jahre Reichsfreiheit ?

(mit freundlicher Genehmigung von Hubert Wartner)

Wie kann man eine Schule, die sich immerhin im neunten Jahrzehnt ihres Bestehens befindet, mit einem Ereignis in Verbindung bringen, das bereits mehrere Jahrhunderte vor ihrer Errichtung stattgefunden hat?

Wie kann eine Volksschule, in der etliche Generationen von Regensburgern ihrer Schulpflicht Genüge leisteten, mit so etwas Wichtigem, nach "großer Politik" klingendem, wie "Reichsfreiheit" zusammenhängen?

Es steckt wohl schon ein beträchtlicher Bürgerstolz dahinter, so ein prächtiges und auch noch für heutige Verhältnisse beeindruckendes Gebäude zur Bildung und Erziehung der Jugend zu errichten! Dieses Selbstbewusstsein der Bürger ist über die Jahrhunderte hinweg gewachsen und wohl nicht zuletzt auch durch diesen Sonderstatus der so genannten Reichsfreiheit kultiviert worden.

Es war vielleicht auch wehmütiges Gedenken an den Verlust der Unabhängigkeit oder Ausdruck einer unverbrüchlichen Loyalität dem neuen Herrn, dem bayerischen Königshaus der Wittelsbacher, gegenüber, das die für den Bau der damals modernsten Schule Ostbayerns Verantwortlichen dazu veranlasste, die bildliche Darstellung jenes Vorganges als repräsentativen Wandschmuck auszuwählen, der die Reichsfreiheit beendete: "Die Übergabe Regensburgs an das Königreich Bayern." Nicht zu übersehen, schon in seinen Ausmaßen, bietet sich das monumentale Bildwerk jedem dar, der das oberste Stockwerk des Schulgebäudes erreichen will. Im Gegensatz zum Original, das sich in der Obhut des Museums der Stadt Regensburg befindet, ist die Kopie nur in schwarz/weiß, was seit der Wiederherstellung der farbenprächtigen Dekorationsmalereien erst so richtig auffällt.

575 Jahre waren vergangen, als am 23. Mai 1810 den Einwohnern Regensburgs verkündet wurde, dass sie nunmehr Untertanen des Königs von Bayern, Max I. Joseph, waren. Der Proklamation durch die Herolde war freilich ein offizieller Akt in den Räumen der damaligen "Landesdirektion", im heutigen Hotel-Restaurant Bischofshof, vorangegangen. Joseph Altheimer hat den historischen Augenblick dargestellt: Der Kgl. bayerische Kommissarius Freiherr von Weichs verliest vor Vertretern der leitenden Behörden (Domkapitel, Landesdirektion, Oberlandesgericht, Stadtkämmerei) das so genannte bayerische Besitzergreifungspatent. Als aufmerksame Zuhörer sind vor allem der Kgl. Kämmerer Graf von Armannsperg dargestellt. Interessant der in nachdenklicher Haltung befindliche Kgl. Rat Kleindienst. Was wohl ein Mitglied des Domkapitels dazu veranlasst hat, in diesem historischen Augenblick aus dem Fenster zu sehen?

In den 185 Jahren, die seitdem vergangen sind, ist aus der ehemals freien Reichsstadt Regensburg, eine moderne bayerische Großstadt geworden. Nach Jahrzehnten anfänglicher Provinzialität in Königreich und Weimarer Republik hat sich das "mittelalterliche Wunder Deutschlands" nach dem Ersten und besonders nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer der Städte "gemausert", die "eine einsame Spitzenstellung beim Ausbau des Produktiven Bereichs im Vergleich süddeutscher Städte" haben (MZ am 27. Mai 1995).

Aber nicht nur Handwerk, Handel, Dienstleistung und Industrie haben zu dieser Entwicklung beigetragen, auch Schulen sind in dieser Stadt gebaut worden. Eine der ältesten und traditionsreichsten - noch vor dem Ersten Weltkrieg fertig gestellten - soll im folgenden dargestellt werden: Die Pestalozzischule.

Die Pestalozzischule - aus der Chronik einer alten Schule

Die Pestalozzischule ist die jüngste jener Generationen von Schulhausbauten, die in dem Zeitraum kurz vor der Jahrhundertwende bis zum Ersten Weltkrieg entstanden. Ihre imposante Baumasse und der charakteristische Uhrturm wirken mitbestimmend im Stadtbild des Regensburger Südostens. In der Architektur des Turmes und besonders in den beiden Portalen manifestiert sich deutlich der Jugendstil. Mit ihren mächtigen Dachflächen erscheint sie wie eine riesige Gluckhenne, deren Flügel Unterschlupf und Schutz gewähren. 1989 konnte sie das 75jährige Jubiläum ihres Bestehens feiern.

Sechs Jahre danach präsentiert sich das unter Denkmalschutz stehende Gebäude als Musterbeispiel eines Schulhauses im Jugendstil. Seit 1994 war auch die 1969 abgetrennte Grundschule wieder unter einem Dach mit der Hauptschule vereint.

Anfangsjahre

Glücklicherweise sind Aufzeichnungen, die gleich von Anbeginn geführt wurden, bis heute erhalten geblieben. Der erste Schulleiter war Oberlehrer Karl Letz. Wie er in dem damals vorgeschriebenen "Schulnotizbuch" berichtet, konnte er selbst bei der Planung des neuen Schulhauses "für katholische Knaben und Mädchen" wesentlich mitwirken. Den Eintragungen ist zu entnehmen, dass der engagierte Pädagoge seinen ganzen Ehrgeiz und Stolz daran setzte, einen Neubau entstehen zu lassen, der dem neuesten Stand entsprach. Das neue Schulhaus sollte die aufgelassene Domschule in der Schäffnerstraße ersetzen und zur "Entlastung der besonders in den unteren Klassen überfüllten Klarenangerschule" dienen.

Die Stadt stellte neben den finanziellen Mitteln für das Gebäude auch den nötigen Bauplatz zur Verfügung und errichtete zum besseren Zugang eine neue Straße, eine für die damaligen Verhältnisse beachtliche Leistung. Oberlehrer Letz notierte: "Die neue Straße und das neue Schulhaus tragen den Namen des großen Pädagogen Pestalozzi. Der Bau wurde im August 1912 begonnen und Ende Juli 1914 fertig gestellt."

Entwurf und Bauleitung lagen in den Händen des Stadtbaurates Adolf Schmetzer. Den ersten Entwurf hatte der Regierungsbaumeister Dr. Wagner bearbeitet, den Ausführungsentwurf Oberbausekretär Hupfer, dem auch die Ausführung des Neubaues anvertraut war. Der erste Entwurf unterlag der Beratung des Bauleiters Schmetzer, des Schulrates Dr. Freudenberger und der Oberlehrer Leißl und Letz. Karl Letz, den die Regierung der Oberpfalz zum Schulleiter ernannte, setzte alles daran, Einfluss auf die Bauleitung zu gewinnen, um eigene Erfahrungen sowie die Ergebnisse vieljähriger Reisestudien zu verwerten. Freilich konnten wegen des vorgegebenen Finanzrahmens nicht alle pädagogischen Wünsche erfüllt werden.

"Das Gebäude enthält im Erdgeschoss und in den drei Obergeschossen 21 Schulsäle, einen Zeichensaal im nördlichen Anbau, ein Oberlehrer- und ein Lehrerzimmer, ein Zimmer für den Schularzt, Zimmer und Kammern für Lehrmittel und die erforderlichen Aborte", notierte Karl Letz. Im Untergeschoss waren die Räume für die Schulküche, das Schulbrausebad, die Heizung und Lüftungsanlage untergebracht. Der Turnhallenbau enthielt im Erdgeschoss die Knaben-, im ersten Obergeschoss die Mädchenturnhalle, je mit Geräteraum. Das Dach der Mädchenturnhalle war als Plattform angelegt, umgeben von einer Kunststeinbalustrade, um Sportunterricht im Freien halten zu können.

Letz bedauerte es, dass die Ausgestaltung des obersten Turmraumes zu einem Aussichts- und Beobachtungsraum nicht erreicht werden konnte. Dagegen gelang es für das Oberlehrer- und Lehrerzimmer sowie für die beiden Treppenaufgänge, je eine elektrische Uhr zu bekommen. Für die Ausstattung des Schulhauses mit Lehrmitteln genehmigten die "städtischen Kollegien" auf eine Eingabe des Oberlehrers Letz 5500 RM.

Der sehnlichste Wunsch des Pädagogen, den Schulbetrieb in dieser für damalige Verhältnisse hochmodernen Stadtschule möglichst bald aufzunehmen, sollte sich jedoch nur unter denkbar ungünstigen Begleiterscheinungen erfüllen.

Kriegsauswirkungen 1914 - 1918

Der Erste Weltkrieg war mittlerweile ausgebrochen und beeinträchtigte die Aufnahme des Schulbetriebs ganz erheblich. Noch vor Abschluss der Arbeiten kam am 4. August 1914 die erste Belegung des Erdgeschosses und des ersten Obergeschosses mit 557 Soldaten von der ersten und zweiten Kompanie des Ersatzbataillons des 11. Infanterieregiments. Nachdem am 7. August endlich alle Soldaten in die alte Kaserne umquartiert werden konnten, gelang es, die baulichen Abschlussarbeiten auszuführen. Seit dem 14. August richtete das Militär das ganze Erdgeschoss und die beiden Turnsäle als Reservelazarett mit 120 Betten ein. Die bald angelieferten Verwundeten wurden am 10. September jedoch schon wieder in andere Lazarette überführt, um 110 Franzosen Platz zu machen, "wovon viele Leichtverwundete - meist Beinschüsse - sich mit Hilfe offenbar selbst geschnitzter Naturstöcke ins Haus schleppten", wie dem Schulnotizbuch zu entnehmen ist. Wachen mit scharf geladenem Gewehr und aufgepflanztem Bajonett umstanden das Haus und französische Laute waren zu hören. Im Zeichensaal hatte sich der Unterarzt einquartiert und das Schulzimmer Nr. 33 im ersten Obergeschoss diente als Raum zur Aufbewahrung der Wäsche.

Am 16. September konnte schließlich der Unterricht beginnen. Der Ernst der Zeit gebot es, von einer feierlichen Einweihung abzusehen. Geistlicher Rat Bogenberger, der königliche Bezirksinspektor der Schule, spendete den Räumen die kirchliche Benediktion.

Bald darauf erreichte die Lehrer Staudinger, Münchmeier und Walter der Ruf zu den Fahnen. Der Krieg blieb auch in den folgenden Jahren nicht ohne Auswirkungen. So gab es Probleme mit der Heizung. Ausreichende Temperaturen während es Winters gelang es nur mit Not aufrecht zu erhalten, obgleich die Versorgung mit Koks regelmäßig erfolgte.

Mit Dauer des Krieges nahmen die Schulversäumnisse in steigendem Maße zu. Im vierten Kriegsjahr notierte der Schulleiter eine Steigerung der Versäumniszahl um 2200 Halbtage gegenüber dem Vorjahr. Die Ursache dafür lag weniger im Auftreten von Krankheiten, als vielmehr in der häufigen Heranziehung der Kinder zu häuslichen Besorgungen und besonders zu landwirtschaftlichen Arbeiten. Oberlehrer Letz verliert jedoch über all diesen Ereignissen und belastenden Umständen nicht den kritischen Blick für eine sich damals anbahnende Entwicklung:

"An 63 Knaben und Mädchen wurden Austrittszeugnisse zum Übertritt an die Mittelschulen verabfolgt. Bei wohl 1/3 dieser Kinder, die alle die Aufnahmeprüfung bestanden, lässt sich aus ihren Volksschulnoten ersehen, dass ihre Laufbahn in den Mittelschulen nur eine recht kurze sein wird und dass sie das von den Eltern erstrebte Ziel nicht erreichen können." Da den Eltern mit ruhigen Vorstellungen nicht beizukommen sei, so Letz, könne nur "strengste Auslese" in den Mittelschulen selbst, den "erheblichen Schäden" begegnen, die aus dem erfolglosen Besuch der Mittelschule für das spätere Leben des Schülers entstünden. "Die Bedeutung einer guten Volksschulbildung durch acht Klassen und die dadurch erreichbare Vorbereitung für das praktische Leben" war, nach Meinung des Pädagogen, zu wenig bei den Eltern bekannt.

Folgende Äußerung hat sich der Schulleiter wohl oftmals anhören müssen: "Wenn er nur ein paar Klassen hat! Mein Bub soll es einmal besser haben als ich!"

Probleme der zwanziger Jahre

Noch Ende 1918 und Anfang 1919 dienten Erdgeschoss, ein Turnsaal und das Lehrerzimmer im ersten Obergeschoss als Reservelazarett. Nach Annahme des Waffenstillstandes und Auflösung des deutschen Heeres wurden endlich am 20. Dezember 1918 die vom Lazarett belegten Schulräume frei.

Nun galt es, die von der militärischen Belegung stark mitgenommenen Schulräume zu reinigen, zu tünchen und von Ungeziefer zu säubern, auch sonstige Schäden nach Möglichkeit auszubessern, eine umfangreiche Aufgabe, die vom Stadtbauamt - die Kosten sollte das Militär decken - trotz Mangels an Material und geeigneter Arbeiter nach und nach bewältigt wurde.

Oberlehrer Letz, mittlerweile zum "unwiderruflichen Bezirksschulrat im Nebenamt für Regensburg II, das ist die untere Stadt" ernannt, leitete die Geschicke der Pestalozzischule noch bis ins Jahr 1922. Ihm folgten in der Schulleitung Fridolin Achatz, Rudolf Zaubzer und Rupert Gabelberger, der die Schule durch die Wirren des Zweiten Weltkrieges führte.

Die Weimarer Zeit mit ihren "goldenen Zwanziger Jahren" war nicht immer so golden, wie gemeinhin angenommen wird. Das Heer der Arbeitslosen wuchs ständig an. Die ungeheure Wohnungsnot pferchte die Familien in der Altstadt zusammen. Damals entstand auf dem Höhenrücken südlich der Schule - im Bereich der heutigen Carl-Thiel-Straße eine aus 16 Baracken bestehende Siedlung für sozial schwache Familien, der so genannte Pulverturm. Die zahlreichen Kinder, die "Pulvertürmler" besuchten - mehr oder weniger regelmäßig - die Pestalozzischule. Den Lehrern machten sie das Leben nicht gerade leichter. Damals waren die Winter noch schneereicher. Die Lehrer gingen mit ihren Schülern zum Schlittenfahren in die alte Lehmgrube am heutigen Ziegelweg mit ihren gefährlich steilen Abfahrten. An Mut kam den Pulvertürmlern keiner gleich.

Die Reichswehr, wie das deutsche Heer nach dem verlorenen Weltkrieg und dem Versailler Frieden hieß, kam mit den Gulaschkanonen während der Pause in den Schulhof der Pestalozzischule und verteilte Nudelsuppe an bedürftige Kinder.

Unter dem Nationalsozialismus

Die immer stärker ansteigenden Schülerzahlen machten nun, 20 Jahre nach der Fertigstellung, einen Erweiterungsbau nötig. 1934 verlängerte die Stadt den Ostflügel der Schule im Baustil der Entstehungszeit.

Der Nationalsozialismus veränderte ab 1933 mit seiner menschenverachtenden Ideologie auch die Atmosphäre in der Pestalozzischule. Statt wie bisher "Grüß Gott" oder "Guten Morgen" rief der Lehrer nun mit militärischem Befehlston "Heil Hitler", worauf die Klasse mit "Heil" zu antworten hatte. Besonders im Sportunterricht und bei Wandertagen machte sich eine Art paramilitärische Ausbildung breit. Die Klassen marschierten in Reih und Glied und sangen Lieder von Kampf und Tod. An "Führers Geburtstag" wehte auf dem Schulhof die Hakenkreuzfahne.

Viele Schülerinnen und Schüler wurden ab der 4. Jahrgangsstufe für die Jugendorganisation des Nationalsozialismus geworben, der auf diese Weise die künftigen "Volksgenossen" frühzeitig für sich gewinnen wollte. Dem Beitritt zum Jungvolk, den Pimpfen, zur Hitlerjugend oder zum Bund deutscher Mädel, konnte sich kaum ein Schüler entziehen. Der Samstag blieb schulfrei, er war "Staatsjugendtag". Die männliche "Jugend des Führers" traf sich am so genannten kleinen Exerzierplatz an der Straubinger Straße, um vormilitärisch ausgebildet zu werden. Die mit dem Jahr 1943 eintretenden Alarme und die späteren Luftangriffe ließen zahlreiche Unterrichtsstunden ausfallen. Zudem rief die Partei immer mehr Schülerinnen und Schüler zu Arbeitseinsätzen in der Landwirtschaft, das reichte vom so genannten Kartoffelkäferklauben bis zur Mithilfe bei der Ernte. Für die auf den Schutthalden gesammelten Huflattichblätter waren die ISO-Werke an der Hemauerstraße dankbare Abnehmer.

Die Klassenstärken nahmen ständig zu - 55 bis 60 Schüler bedeuteten keine Seltenheit. Dazu kam ein überaltertes Lehrerkollegium, die jüngeren Lehrer standen ja im Feld. Ab 1943 öffnete die Pestalozzischule ihre Räume den Ausgebombten und Flüchtlingen. Die Schulbänke türmten sich im Hof, um Strohsäcken als notdürftiges Schlaflager Platz zu machen.

Der "Volkssturm" - letztes Aufgebot eines fanatischen Regimes - fand schließlich 1945 noch Unterkunft in den Räumen der mittlerweile seit drei Jahrzehnten bestehenden Schule. Im Pausenhof, wo sich früher Jungen und Mädchen von den anstrengenden Schulstunden erholten, übten nun alte Männer und Halbwüchsige mit der Panzerfaust.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach den Schreckensjahren - im Herbst 1945 - konnte endlich provisorischer Unterricht stattfinden. Die Amerikaner führten im Zuge des Marshallplanes die so genannte Schulspeisung ein; die rationierten Lebensmittel konnten die Kinder nicht satt machen. Hauptaufgabe nach den schrecklichen Kriegsjahren war es nun, wieder einen geordneten Schulbetrieb aufzunehmen. Dazu fehlten aber vor allem die zum Teil noch in Kriegsgefangenschaft befindlichen Lehrer. Viele durften wegen ehemaliger Zugehörigkeit zu NS-Organisationen ihren Beruf nicht ausüben. Sehr bald jedoch zogen in der Pestalozzischule wieder die Handwerker ein.

1956 erstellte die Stadt einen Anbau im Süden. Den Außenputz erneuerte sie 1975, da große Teile schadhaft und Teilflächen bereits abgefallen waren. Leider fielen dieser Maßnahme erhaltenswerte Fassadendekorationen zum Opfer.

Die Generalsanierung der Schule begann im Juli 1990 unter der Leitung des Sadtbauamtes. Die Kosten berechneten sich auf ca. 7,6 Mio. DM. Allein die Maurerarbeiten verschlangen davon ca. 1,1 Mio. DM; das Eindecken des gewaltigen Walmdaches sowie die nötigen Zimmererarbeiten kosteten ca. 350.000 DM, das Erstellen einer vollständig neuen Elektroinstallation ca. 1.000.000 DM. Aber auch die Denkmalpflege kam zu ihrem Recht. Fachleute ließen die Jugendstildekorationen nach alten Vorbildern wieder erstehen und erweckten die auf jedem Stockwerk befindlichen Springbrunnen zu neuem Leben, die Turmuhr erfuhr eine gründliche Überholung. Um den geltenden Vorschriften des Brandschutzes gerecht zu werden, mussten unter anderem ein komplettes Fluchttreppenhaus angebaut, Rauchabschlusstüren eingebaut werden. Die Fachräume für Musik, Kunsterziehung, Hauswirtschaft, Werken, Maschinenschreiben, Informatik sowie die beiden Turnhallen wurden ebenfalls völlig neu gestaltet. Abschließend wurden auch die Außenanlagen nach den Plänen des Stadtgartenamtes umgestaltet.

Mittlerweile haben in dieser zur Institution gewordenen Schule drei Lehrergenerationen gearbeitet, d.h. nahezu 80 (!) Jahrgänge junger Regensburgerinnen und Regensburger unterrichtet und auf das Leben vorbereitet; in diesem Zusammenhang darf nicht unerwähnt bleiben, dass in den letzten Jahren vermehrt Kinder ausländischer Eltern das Bild der Pestalozzischule mitprägen.

Die Pestalozzischule zählt nach erfolgreichem Abschluss der Generalsanierung, wie schon am Beginn ihrer Geschichte, wieder zu den modernsten Schulen Regensburgs.

Sie wird nun umso mehr ihren Auftrag als moderne Hauptschule erfüllen können. Im Rahmen des in Bayern bestehenden Schulsystems heißt das, neben der pädagogischen Arbeit, vor allem Vorbereitung auf das praktische Berufsleben - eine Aufgabe, die von Handwerk und Industrie immer mehr anerkannt wird.

Bei allem Engagement für die Wissensvermittlung sollte der Geist des Namenspatrons der Schule - Johann Heinrich Pestalozzi - nicht vergessen werden, der einmal sagte: "... ich suche nicht Bildung zur Mathematik; ich suche Bildung zur Menschlichkeit ..."

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